Der Meeresatlas kommt nach Israel

Der Meeresatlas kommt nach Israel

Ocean Governance Workshop at the HBS Tel Aviv – Creator: Oz Aruch. All rights reserved.

Der sich zunehmend verschlechternde Zustand der Weltmeere erfordert unsere sofortige Aufmerksamkeit. Der kürzlich vorgestellte Meeresatlas, veröffentlicht von der Heinrich-Böll-Stiftung (Schleswig-Holstein und Bundeszentrale in Berlin) und dem Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" der Universität Kiel, stellt die Herausforderungen vor, die sich für die Meeresumwelt aus der Verschmutzung mit Öl, Chemikalien, Plastik und landwirtschaftlichen Abfällen sowie aus Meeresversauerung und Überfischung ergeben. Diese Herausforderungen bedrohen die sensiblen Meeresökosysteme, die für die Klimaregulierung äußerst wichtig sind und zudem über eine Milliarde Menschen mit Nahrung versorgen.

Israel ist ein Paradebeispiel: Obwohl der an der Küste liegende Staat auf saubere Meere angewiesen ist, überlagern nationale ökonomische Interessen, wie z.B. die Nutzung küstennaher natürlicher Gasvorkommen Umweltschutzbelange. Israel hat bisher noch keine Regelungen für die Nutzung des Meeresraums geschaffen, die umweltrechtliche Überlegungen an die Spitze stellen und zwischen verschiedenen ökonomischen Interessen und Interessengruppen einen Ausgleich schaffen.

Die Heinrich-Böll-Stiftung in Israel, die unter anderem zum Thema Nachhaltigkeit arbeitet und den deutsch-israelischer Dialog fördert, hat sich entschlossen, die Veröffentlichung des Meeresatlas zum Anlass zu nehmen, um den deutsch-israelischen Dialog zu diesem Thema zu vertiefen. Die HBS lud zwei deutsche Experten im Bereich der Meeresumwelt für eine Reihe von Veranstaltungen im April ein. So begrüßten wir Steffi Lemke, die seit 2013 Abgeordnete im Bundestag (Bündnis 90/ Die Grünen) ist und sich entschieden für den Meeresschutz einsetzt. Daneben empfingen wir Dr. Torsten Thiele, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute für Advanced Sustainability Studies in Potsdam (IASS Potsdam) tätig und seit Jahren ein aktiver Unterstützer für die Förderung des europäischen und internationalen Schutzes der Meere ist.

Zusammen mit unserem israelischen Partner, dem Israel Union for Environmental Defence, eine der führenden Organisationen im Umweltbereich, veranstalteten wir einen Expertentisch, an dem 21 israelische Interessenvertreter aus Regierung, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft teilnahmen, um über "best practices" im Bereich nachhaltiger Meeresbewirtschaftung zu diskutieren. Der Workshop befasste sich insbesondere mit ganzheitlichen Modellen zum Meeresraum, die einerseits staatliche Interessen im Bereich Ökonomie und Sicherheit und andererseits Umweltschutz und Nachhaltigkeitsbelange berücksichtigen. An dem Workshop nahmen drei Abgeordnete der Knesset, Vertreter von fünf Ministerien und weitere Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und NGOs teil. Die Teilnehmer hielten es für wichtig, die Erfahrungen Deutschlands kennenzulernen und gleichzeitig Gelegenheit zu haben, mit verschiedenen Interessenvertretern aus Israel offen zu diskutieren.

Darüber hinaus organisierten wir im Rahmen der "Bar Talks" der HBS ein öffentliches Event mit dem Namen "Oceans of Plastic", das sich mit einem der größten Krisen unserer heutigen Zeit befasste – Plastikverschmutzung. Steffi Lemke und Experten aus Israel diskutieren zum Thema Meeresverschmutzung und reflektierten über mögliche Wege im Umgang mit dieser globalen Herausforderung. Das Event fand in Zusammenarbeit mit Zalul, einer NGO, die sich mit dem Schutz der Meere und Flüsse in Israel befasst, statt. Mehr als 100 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, einschließlich lokaler Aktivisten, die über ihre Initiativen zur Plastikreduzierung in Israel berichteten.

0 Comments

Add new comment

Add new comment