Heinrich Bar Talk über neue rechte Parteien: Antisemitisch aber gelichzeitig pro-Israel?

The Heinrich Bar Talks in Tel Aviv. Creator: Oz Aruch. Creative Commons License LogoThis image is licensed under Creative Commons License.

Am 5. Juli lud die Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) Israel zur zweiten Veranstaltung in der Reihe Heinrich Bar Talks in die Prince Bar in Tel Aviv. Zu Gast waren Oren Nahari, israelische Medienpersönlichkeit und Redakteur bei Walla! News, Dr. Nicola Albrecht, Auslandskorrespondentin des ZDFs in Israel, und Adi Kantor vom israelischen Institute for National Security Studies. Kerstin Müller, Leiterin der HBS in Israel, eröffnete das Event mit einer kurzen Stellungnahme zu den neuen rechten Parteien in Europa. Moderation der anschließenden Diskussion erfolgte durch Oz Aruch, Leiter des Programms Deutsch-Israelischer Dialog bei der HBS Israel.

Kernthema der lebendigen Diskussion war der Aufstieg der neuen-rechten Parteien im Westen, die trotz ihrer antisemitischen Wurzeln oft pro-israelische Haltungen einnehmen. Daraus ergab sich vor allem die Frage, wie Israel sich diesen Parteien gegenüber positionieren soll. Wie können Israels rechte Parteien um Likud trotz des bestehenden Antisemitismus und der historischen Vermächtnisse der NS Zeit neue Sympathien für diese Parteien entwickeln? Warum zieht das rechte Lager bei legitimen Westlichen Parteien viel schneller die Antisemitismuskarte als bei diesen neuen rechten Parteien? Wie viel Realpolitik ist angebracht und gibt es rote Linien, die nicht überschritten werden dürfen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich neben den Podiumsgästen auch ein engagiertes Publikum. So wies Oren Nahari darauf hin, dass Netanjahu vor Allem an seine politische Basis denkt und weiß was bei denen gut ankommt. Des weiteren seien europaeische Staaten auch schon immer pragmatisch mit kritischen Regierungen wie denen von Putin und Erdogan umgegangen. Adi Kantor plädierte für eine moral-bewusste Politik, in der es klare Grenzen geben müsse und Dr. Albrecht bereicherte die Diskussion mit Einblicken in das deutsche Politikgeschehen. 

Durch das Format der Heinrich Bar Talks bringt die HBS Israel aktuelle Themen des deutsch-israelischen Dialogs in ein entspanntes, öffentlich zugängliches Umfeld. Dadurch soll der politische Austausch angeregt und ein Verständnis für politische Herausforderungen, die beide Länder bewältigen müssen, entwickelt werden. Im offenen Dialog mit Meinungsführern und Sachverständigen geraten dabei vor allem die Gemeinsamkeiten, die Deutschland und Israel teilen, in den Vordergrund.

Wir danken allen Teilnehmern und freuen uns auf den nächsten Heinrich Bar Talk!

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